Stimmungsbarometer: Heilberufe so pessimistisch wie nie zuvor
Noch nie seit Beginn der Erhebung 2022 fiel das Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit so niedrig aus wie im dritten Quartal 2026: Über alle sechs erfassten Berufsgruppen hinweg sackte der Wert um 8,8 Punkte auf minus 22,6 ab. Besonders betroffen sind Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Hebammen, in diesen vier Gruppen ging die Stimmung spürbar zurück.
Zwei Jahre Aufschwung bei Ergotherapeut:innen vorbei
Am härtesten trifft es die Ergotherapeut:innen. Nach eineinhalb Jahren kontinuierlich steigender Werte brach ihre Stimmung regelrecht ein, minus 34,5 Punkte binnen eines Quartals. Im Vergleich zu den übrigen Berufsgruppen reicht das aber immer noch für Rang zwei. Fast ebenso heftig fällt der Einschnitt bei den Physiotherapeut:innen aus (minus 22,3 Punkte), die sich damit Platz vier mit den Logopäd:innen teilen, deren Wert um 18,7 Punkte sank.
Deutlich gelassener reagierten die Hebammen auf die aktuelle Lage: Ihr Wert rutschte nur minimal ab (minus 1,6), Rang drei bleibt ihnen damit erhalten. Gegen den allgemeinen Abwärtstrend bewegen sich einzig Apotheker:innen und Heilpraktiker:innen, beide legten leicht zu (plus 2,7 beziehungsweise plus 2,0 Punkte), stehen im Gesamtranking jedoch an den jeweils entgegengesetzten Enden der Skala.
Auch beim Blick nach vorn überwiegt Skepsis: Rund 61 Prozent der befragten Physiotherapeut:innen gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden sechs Monaten weiter verschlechtert, nur gut ein Drittel rechnet mit einer stabilen Situation. Bei Ergotherapeut:innen und Logopäd:innen fällt das Bild kaum anders aus.
Politik belastet stärker als Digitalisierung
Was die schlechte Stimmung am stärksten befeuert, zeigt die Befragung ebenfalls deutlich: Für 77 Prozent der Heilberufler:innen sind politische Entscheidungen und regulatorische Vorgaben der größte Belastungsfaktor, mit weitem Abstand vor aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die knapp die Hälfte (48,8 Prozent) als belastend einstuft.
Erst an dritter Stelle folgt der bürokratische Aufwand in den Praxen. Auffällig dabei: Die Digitalisierung, in früheren Befragungen oft ein zentraler Kritikpunkt, spielt inzwischen eine deutlich kleinere Rolle, nur noch gut ein Drittel (37,5 Prozent) empfindet sie als Belastung.
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